Arbeitsgruppe Rychenbergstrasse:
Protokoll der "Begehung Rychenbergstrasse"

Zeit, Ort: 15.9.1999, 16.00h - 19.15h, Rychenbergstrasse

Anwesend:
D. Klooz, A. Koller, U. Rüsch (Verwaltung)
W.E. Bauder, R. Diener-Antener, R. Ziegler-Leuzinger (IG Rychenbergstrasse)
S. Kirchmayr (IG Aeusseres Lind)

Protokoll:
R. Diener-Antener, A. Koller

1. Informationen zum Kreisel Haldenstrasse

Referent

Was

Koller

Alle Kreiseleinfahrten werden auf eine Spur verengt. Die provisorischen Installationen, die vorerst aufgesetzt werden, können bei Bedarf nochmals korrigiert werden (aufgrund der gemachten Erfahrungen).

2. Diskussion möglicher Massnahmen zur Verkehrsberuhigung
( ab Haldenstrasse Richtung Oberwinterthur )

Referent

Was

Klooz

10 km/h Temporeduktion bringen rund 1dB Lärmverminderung.

Diener

Nach der Aktion "Flüsterstrasse" sollten Lärmvergleichsmessungen zur Abklärung der Wirksamkeit angestellt werden.

Rüsch

Nachmessung macht keinen Sinn, weil keine unmittelbare Voraussmessung vorhanden. Bisher veröffentlichte Zahlen zum Lärm beruhen weitgehend auf kalkulierten (Modellrechung) Werten, welche nur aus wenigen Stichproben hochgerechnet werden.

Bauder

Eine Lärmmessung wurde z.B. 1998 an der Rychenbergstr. 54 gemacht

Ziegler

Was können wir gegen die gerade Strassenlinie (z.B. auf Höhe Musikschule) machen ? In der gegenwärtigen Situation lädt diese einfach zusehr zum schnellen Durchfahren ein. Damit ist die Sicherheit von Schülern (Velofahrern) nicht hinreichend gewährleistet.

Klooz

Eine Möglichkeit wären "Nasen" bei Fussgängerstreifen.

Koller

Sogenannte "Nasen" bei Fussgängerstreifen wären denkbar. Hier geht es um eine beidseitige leichte Fahrspurverengung auf der Höhe des Streifens. Diese führen zu einer Verlangsamung des Verkehrs und erhöhen die Sicherheit von FussgängerInnen.

Ziegler

Könnten zusätzliche Fussgängerstreifen erstellt werden ?

Koller

Zuviele Fussgängerstreifen nützen nichts, vor allem dann, wenn sie nicht hinreichend benutzt werden. Unbenutzte Streifen haben keinen Verlangsamungseffekt.

Alle

Versetzte Parkplätze ?

Koller

Sind bedingt möglich. Wegen Bus problematisch. Bereits einseitige Parkplätze mussten in der Vergangenheit aufgrund des Ersuchens der Verkehrsbetriebe zurückversetzt werden. Damit der Bus kreuzen kann.

Ziegler

Zusätzliche Parkplätze wären aber von vielen Anwohnern erwünscht.

Koller

Exponierte Parkplätze werden aus Angst ums Auto nur ungern von Dauerparkierern benutzt (eher nur zum kurzen Anhalten). Damit fehlt der Effekt der Linienbrechung, bzw. der Temporeduktion.

Bauder

Gegen zu schnelles Fahren hilft nur eines: Schwellen, bzw. Aufpflästerungen

Koller

Orientiert über Begehung des Stadtrates von verkehrsberuhigtem Gebiet in Zürich-Schwamendingen, wo angeblich schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Insbesondere Anwohner beklagen sich über mehr Lärm durch mehr Beschleunigungsphasen. Fazit daraus: Der Stadtrat will in Winterthur keine "Schwellen".

Ziegler, Diener, Bauder

Die Rychenbergstrasse sollte auf nur Tempo 30 signalisiert werden. Nur eine Temporeduktion bringt auch eine markante Verbesserung der Sicherheit. Die Strasse ist im Vergleich zu den Hauptachsen nicht für soviel Verkehr (v.a. auch immer mehr Fremdverkehr) und Tempo 50 geeignet. Der kommunale Richtplan verlangt auf kommunalen Strassen mit Sammelcharakter Massnahmen gegen übermässigen Fremdverkehr. Tempo 30 könnte eine Verminderung der Attraktivität für den auswärtigen Verkehr erzielen.

Koller,
Klooz

Dies kann nur die Politik entscheiden. Zudem: Erst brauchen wir präzisere Daten, um den Fremdverkehr abschätzen zu können.

Bauder

Es besteht aber bereits eine gute Abschätzung durch die informelle Studie der Kantonsschule (Lehrer Meier) vom Frühjahr 1999 (bis zu 50% Fremdverkehr).

Rüsch

Orientiert: Die Untersuchung zur Erfassung der Verkehrsströme und Verkehrsanteile wie z.B. Fremd- und Quellverkehr soll noch vor November durchgeführt werden. Es existiert auch schon eine etwas ältere Studie dieser Art.

Rüsch Diener

Es ist wichtig, dass die Erfassung aussagekräftig erstellt wird und dass nicht der Vorwurf der Parteilichkeit erhoben werden kann.

Klooz

Tiefere Geschwindigkeit wengistens am "Bäumlirank" ? Z.B. 30 oder 40 km/h ?

Koller

Das Strassenverkehrsrecht des Bundes schreibt innerorts "generell 50" vor. Für tiefere Tempi (Einzelsignalisation) muss ein Verkehrsgutachten erstellt werden, das z.B. ein besonders hohes Gefahrenpotential mit Zahlen beweisen kann (z.B. viele Unfälle). Dies ist hier nicht gegeben.

Ziegler

Wiedereinführung des generellen Rechtsvortrittes könnte doch die "ungehinderte" Durchfahrt reduzieren, damit Tempo verringern und Sicherheit verbessern.

Koller

Rechtsvortritt wird nach Erfahrung nur dort gewährt, wo die Kreuzung vergleichbare Achsen enthält. Hier wäre an den meisten Stellen die Rychenbergstrasse eindeutig priorisiert (Linienführung, Verkehrsmenge), so dass die Praxis denselben Zustand wie heute produzieren würde. Ausserdem müsste man damit rechnen, dass die Verkehrsbetriebe darüber nicht gerade erfreut wären.

Ziegler

Was wäre mit aufgemalten Fussgängerlängsstreifen ?

Koller

Möglich wären solche Fussgängerlängsstreifen dort, wo kein Trottoir vorhanden ist und die Strassenbreite es zulässt (z.B. zwischen Hammerweg und Talackerstr.). Diese würden optisch die Fahrbahnbreite einengen.

Ziegler

Solche Streifen könnten auch im Abschnitt Talackerstr. bis Stadlerstr. erstellt werden.

Klooz, Rüsch

Aelteres Projekt zur Unterbrechung der Rychenbergstrasse (Zwecks Unterbindung Fremdverkehr) existiert und könnte aktualisiert werden (Eine Unterbrechung widerspricht allerdings dem kommunalen Richtplan, bzw. Verkehrsplan. Dort ist die Rychenbergstrasse als Strasse von kommunaler Bedeutung aufgeführt).

Alle

Reges Interesse

3. Beschlüsse

Wer

Was

Koller

Bekräftigung gegenüber dem Stadtrat: Die in der ersten Sitzung beschlossenen kurzfristigen Massnahmen sollen realisiert werden: Kreisel an der Haldenstrasse und versetzte Parkplätze zw. Lindspitz und Haldenstrasse
(Die Wiederwägung dieser Massnahmen im Stadtrat hat bis dato noch nicht stattgefunden).

Koller

Lädt auf nächste Sitzung zusätzlich einen Vertreter der Verkehrsbetriebe Winterthur ein (Herr Abgottspon).

Rüsch

Bringt nächste Sitzung die in früheren Jahren durchgeführten Verkehrszählungen an der Rychenbergstrasse zur Einsicht mit.

Koller, Rüsch

Erstellen einer Planskizze der Rychenbergstrasse, worin die diskutierten Massnahmen ("Nasen" bei Fussgängerstreifen, aufgemalte Fussgängerlängsstreifen, versetzte Parkplätze) eingezeichnet sind.

 

 

4. Verschiedenes

Wer

Was

Bauder Diener Ziegler

Bei der Begehung ganz besonders aufgefallen ist uns der um diese Tageszeit omnipräsente Lärm. Durch die hohe Verkehrsdichte gibt es kaum Ruhepausen. Die Verständigung in der Gruppe war mehr als einmal akkustisch gestört.

Die meisten Häuser stehen nur wenige Meter von der Strasse entfernt. Genau deshalb ist die Reduktion des Lärms eines der unmittelbaren und verständlichen Hauptanliegen aller Anwohner an der Rychenbergstrasse.

Alle

Wie ist das Echo auf die Plakataktion "Flüsterstrasse" (u.a. auf die Aktion "Sparfuss") ?

Klooz

Reaktionen der Bevölkerung gemischt, grundsätzlich jedoch positiv. Aktionen erreichen sicher eine gewisse Sensibilisierung. Dauert aber lange, bis falsche Gewohnheiten aufgegeben werden. Notwendig wird sein, bereits bei der Fahrschule (Fahrlehrer / Instruktoren) anzufangen.

Ziegler

Dankt allen Chefbeamten für die wohlwollende Zusammenarbeit und ausführlichen Erklärungen.

Copyright IG Rychenbergstrasse, Winterthur, 1999