Kommunale und regionale Planung ohne Rücksicht auf Verkehrsprobleme

 

Am 6. November fand in Oberwinterthur eine öffentliche Informationsveranstaltung und Podiumsdiskussion zur Entwicklung in Oberi-Ost statt. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr auf, dass durch die Umzonierungen im Sulzer-Areal und in Hegi wesentlich intensivere Nutzungen möglich werden und zum Teil bereits in der Realisierung (Wohn- und Gewerbeüberbauungen Hegi) sind. Die Voten der betroffenen Bevölkerung machten aber klar, dass der dadurch entstehende private und gewerbliche Mehrverkehr durch das gegenwärtige Erschliessungskonzept nicht vernünftig ab- und zugeführt werden kann. Die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr ist ebenfalls absolut ungenügend.  Es gelang den anwesenden städtischen Fachleuten nicht, die aufgebrachten Zweifel zu zerstreuen. Im Gegenteil: Mit dem sich in Bau befindenden Anschluss der Rümiker- an die Seenerstrasse werden die bereits heute am Kapazitätslimit operierenden Kreuzungen Seener-/Frauenfelderstrasse und Frauenfelder-/Stadlerstrasse (Römertor) in Richtung Autobahn noch mehr belastet, was nur heissen kann: noch längere Staus, noch mehr Verkehrschaos, und das nicht mehr nur während den Hauptverkehrszeiten. Zwar sind mit der S-Bahnhaltestelle "Hegi" sowie Planungen zur Verbesserung des Busnetzes seit kurzem gewisse Entlastungen in Sicht. Bis diese aber greifen, und bis insbesondere eine zusätzliche Entlastungsstrasse gebaut werden könnte, werden noch noch viele Jahre vergehen.

 

Diesseits und jenseits der Frauenfelderstrasse wird der Verkehr unter diesen Randbedingungen immer mehr auf völlig ungeeignete Alternativen ausweichen, d.h. z.B. auf die Hegifeldstrasse und den "Chistenpass" (Strasse nach Wiesendangen) im Osten und auf die Rychenberstrasse im Westen. Ohne dringend notwendige, verkehrsberuhigende Massnahmen werden damit bestehende Quartiere mit hoher Wohnqualität mit immer mehr Lärm und Durchgangsverkehr belastet. Darauf hat die IG Rychenbergstrasse schon mehrfach hingewiesen.

 

Es bleibt festzustellen: Die kommunale und regionale Planung hat die intensivere Nutzung (neue BZO) verabschiedet, ohne sich rechtzeitig um eine Lösung für die zunehmend belasteten, bisherigen Wohnquartiere zu kümmern. Dies ist die Bevölkerung nicht mehr bereit, so einfach hinzunehmen. Deshalb auch sind die Zonierungen im Sulzer-Areal noch immer nicht rechtskräftig. Hätten sich die Verantwortlichen der Stadt um geeignete "flankierende Massnahmen" z.B. für die Rychenbergstrasse bemüht, wäre der Rekurs längst zurückgezogen worden. Nicht die Rekurrenten verhindern die Entwicklung. Es sind die Behörden, die sich noch immer gegen eine wirksame Verkehrsberuhigung u.a. an der Rychenbergstrasse in Oberwinterthur stellen. Wie lange noch?

 

Medienmitteilung, IG Rychenbergstrasse, 8. November 2001