Medienmitteilung

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

Diese Woche ist ein nächster Verkehrsberuhigungsschritt an der Rychenbergstrasse veröffentlicht worden. Es handelt sich um die polizeiliche Ausschreibung eines Velostreifens, der bergwärts vom zukünftigen Kreisel an der Kreuzung mit der Haldenstrasse bis zur Kantonsschule geführt werden soll. Die IG Rychenbergstrasse begrüsst diesen Schritt ausserordentlich und ist erfreut, dass die Bemühungen um Verkehrsberuhigung an der überaus befahrenen Rychenbergstrasse endlich Früchte tragen. Die Massnahme verbessert insbesondere die Sicherheit für die vielen Kantonsschüler, die täglich auf dieser Strecke unterwegs sind. Daneben führt sie durch die optische Verengung der Fahrbahn zu einer leicht verkehrsberuhigenden (Geschwindigkeit verlangsamenden) Wirkung.

 

Diese Massnahme stellt den ersten Teil eines umfassenderen Paketes von Verkehrsberuhigungsschritten dar, welches im Dialog zwischen der IG Rychenbergstrasse, betroffenen Anwohnern, der Stadtverwaltung, den Verkehrsbetrieben sowie dem Stadtrat von Winterthur im Verlaufe des letzten halben Jahres ausgearbeitet wurde. Es handelt sich dabei - als Kompromiss zwischen den ursprünglichen Forderungen der IG Rychenbergstrasse und der Position der Stadtbehörde - um das folgende Konzept:

 

Erstens: Zwei Abschnitte am Anfang (äusseres Lind) und am Ende (Geissacker bis Stadlerstrasse) der Rychenbergstrasse sollen je in die umgebend bereits eingeführten Tempo 30 Zonen integriert werden. Zweitens: Zwischen dem Haldenkreisel und der Kantonsschule soll der jetzt ausgeschriebene Radstreifen eingerichtet werden. Drittens: Im Bereich zwischen Hammerweg und Talackerstrasse sollen schwache verkehrsberuhigende Massnahmen (wie z.B. leichte Fahrbahneinengungen) eingeführt werden. Zur ersten Massnahme: Die entsprechenden Verkehrsgutachten müssen noch erstellt werden. Die definitive Entscheidung fällt der Stadtrat erst nach deren Erarbeitung. Zur dritten Massnahme: Auch hier müssen noch verschiedene Details bereinigt werden, bevor eine definitive Entcheidung gefällt werden kann.

 

Die kommunal klassierte Rychenbergstrasse, welche durch reine Wohngebiete führt, an welche zahlreiche Schulhäuser angrenzen und die unzählige Schulwege aufnimmt (viele auch querend), zählt gegenwärtig an jeder Stelle zwischen 5500 und 6500 motorisierten Durchfahrten pro Tag. D.h. im Durchschnitt über den ganzen Tag ca. alle 10 Sekunden ein Fahrzeug! Zum Vergleich: Der äussere Teil der Stadlerstrasse in Oberwinterthur - immerhin eine Kantonsstrasse - zählt dasselbe Verkehrsvolumen, allerdings bei viel breiterem Querschnitt sowie beidseitigem Trottoir! Aktuell ist der Vortritt für alle Seitenstrassen auf der ganzen Länge der Rychenbergstrasse aufgehoben, das heisst die Attraktivität für die Durchfahrt ist sehr hoch. Dies führt dazu, dass der Anteil Durchgangsverkehr ganztags mit 30 bis 40% (von der Verkehrsplanung erhoben) für eine kommunale Sammelstrasse sehr hohe Werte aufweist. Der gesetzliche Lärmgrenzwert für Wohngebiete wird auf der ganzen Länge um bis zu 3dB überschritten. Schliesslich - und das betrifft insbesondere auch den Abschnitt zwischen Hammerweg und Stadlerstrasse - führen die Zugänge von vielen Dutzenden von Wohnhäusern mangels eines Trottoirs direkt auf die stark frequentierte und relativ enge Fahrbahn.

 

Aus all diesen Gründen ist längst unbestritten, dass Bedarf für Verkehrsberuhigung besteht. Mit dem vorgestelten Massnahmenpaket kann ein entscheidender Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität und Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer erreicht werden, ohne dass die Funktionalität (Leistungsfähigkeit) der Strasse irgendwie beeinträchtigt wird. Das Paket verdient deshalb die Unterstützung aller Parteien. Die IG Rychenbergstrasse und die betroffenen Anwohner sind bereit, den aufgezeigten Weg mitzutragen und damit Ihren Beitrag zur Übernahme von Verkehrsemissionen zu leisten. Allerdings nur dann, wenn die entsprechenden Massnahmen auch umgesetzt und eingehalten werden können.

 

 

21. Mai 2003

Für die IG Rychenbergstrasse, Reto Diener, Co-Präsident