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Das Ingenieurbüro „Emch und Berger“ hat für uns eine umfangreiche Konfliktanalyse und ein Massnahmenpaket erstellt. Die Details können Sie in unserem Download genauer studieren. Quintessenz die Analyse ist die Tatsache, dass unsere Strasse nie für den ihr heute zugemuteten Verkehr konzipiert war. Deshalb kann sie den heutigen, verkehrstechnischen Anforderungen überhaupt nicht genügen. In erster Linie leiden darunter wir, die Anwohner dieser Strasse. Die vorliegende Studie dient uns nun als Grundlage für eine detaillierte Machbarkeitsstudie. Diese soll aufzeigen, was kurz-, mittel- und langfristig an der Verkehrssituation der Rychenbergstrasse verbessert werden kann. Unser derzeitiger Augenmerk lag vor allem auf dem Abschnitt Bäumlistrasse bis Bäumlirank. In diesem Teil der Rychenbergstrasse befindet sich das Schulhaus Rychenberg, das täglich von hunderten von Kindern, vom Kindergartenkind bis zum Oberstufenschüler, besucht wird. Hier gilt gerade beim Schulhaus – rundherum umgeben von einer 30er-Zone – immer noch Tempo 50. Für den Abschnitt Talackerstrasse – Bäumlirank hat uns die Stadtregierung konkrete Massnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit versprochen, die aber nach der Abschaffung der in den Weg gestellten, jedoch sehr umstrittenen Betonpoller wieder im Status quo geendet haben. Das heisst: Tempo 50 ist weiterhin erlaubt! Dies wird von vielen Verkehrsteilnehmern auf diesem geraden Strassenstück doch auch sehr extensiv ausgenützt.
Der Lärmgrenzwert des Bundes für Wohnzohnen beträgt (gemäss LSV) tagsüber 60dB(A).
Aktuelle städtische Messdaten aus dem Jahre 1998 (ganze Rychenbergstrasse) zeigen folgendes Bild:
Der Grenzwert wird an ca. 80% aller Messstellen überschritten (zw. 62 und 64dB)
Diese Messungen werden durch frühere Datenerhebungen (Jahre 92 - 96: 71% - 76%) bestätigt. Der Trend der Lärmzunahme über die letzten Jahre hat sich weiter fortgesetzt ! Anteil LKW's
Unsere vorgeschlagenen Massnahmen sind geeignet (Strategie), die Situation derart zu verbessern, dass die Grenzwerte nicht mehr überschritten werden. Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h z.B. bringen gemäss diversen Studien Lärmreduktionen von 2 bis 4 db. Diese Reduktion entspricht etwa - erstaunlich genug - einer effektiven Halbierung des Verkehrsaufkommens (siehe auch hier).
Im kommunalen Richtplan von 1998 ist die Rychenbergstrasse (genau gleich wie z.B. Wart-, Bachtel- oder Ricketwilerstrasse) als Strasse von kommunaler Bedeutung eingetragen. Zu dieser Kategorie von Strassen hält der Richtplan auf Seite 30 (Abschnitt '312 Strassen') folgendes fest:
"Kommunale Strassen sind Sammelstrassen und dienen der Groberschliessung der Baugebiete. Sie definieren die Anschlusspunkte
der Quartiere und Aussenwachten an das übergeordnete Strassennetz und reichen bis zu den Erschliessungsstrassen....
Kommunale Strassen müssen die Groberschliessung funktionsgerecht gewährleisten. Dabei sind verkehrsberuhigende Massnahmen
möglich, und eine besondere Bezeichnung als siedlungsorientierte Strasse ist nicht erforderlich."
"Bei denjenigen (kommunalen) Strassen, die eine hohe Verkehrsbelastung aus quartierfremdem Verkehr aufweisen
und durch Wohngebiete führen, sind Massnahmen zur Reduktion des durchgehenden Verkehrs zu treffen.
Um das Ziel des Wohnschutzes zu erreichen, ist auf allen nicht dem Durchgangsverkehr dienenden kommunalen Strassen ...
eine möglichst einheitliche Regelung mit Zonensignalisation Tempo 30 anzustreben."
(Hervorhebungen von uns)
Gemäss kantonalen und kommunalen Richtplänen gehört Durchgangsverkehr auf überregionale (oder kantonale) Strassen, nicht aber aufs kommunale Strassennetz! Wie sieht es damit an der Rychenbergstrasse aus?
Die obigen Vorgaben des für die Verkehrsentwicklung verbindlichen Richtplans werden an der Rychenbergstrasse mit den Füssen getreten, bzw. mit Fremdverkehr schlicht überfahren:
Den Aussagen des Richtplanes ist nichts mehr hinzuzufügen. Wir erwarten, dass die Stadtbehörden ihren politischen Verpflichtungen nachkommt und im Sinne des Richtplanes handelt. Punkt.
Die Verkehrsorientierung der stadträtlichen Politik muss endlich zugunsten der Anwohner korrigiert werden!
Die Stadt hat an verschiedenen Stellen der Rychenbergstrasse Verkehrszählungen durchgeführt. Gemäss diesen Messungen passieren in den täglichen Spitzenstunden (morgens und abends) je zwischen 450 und 650 Fahrzeuge jeden Messpunkt (beide Richtungen). Oder anders formuliert:
In den Spitzenzeiten des Tages fährt im Schnitt alle 6 Sekunden ein Fahrzeug vorbei.
Dies ist etwa die Zeitdauer, während der das Fahrzeug bei der Durchfahrt auch maximal laut hörbar ist
(6 Sekunden ergeben bei 50km/h ca. 80m).
Fazit: Für Anwohner/innen gibt es kaum mehr Ruhepausen !
Das Tagesmittel der motorisierten Fahrzeuge liegt bei 6000 bis 7000 Fahrzeugen. Das sind im Durchschnitt noch immer
knapp 400 Fahrzeuge pro Stunde (zwischen morgens 6 und abends 10 Uhr).
Das heisst, im Durchschnitt passiert - über den ganzen Tag betrachtet - alle 10 Sekunden ein Fahrzeug !
Der Lastwagenanteil bewegt sich in den täglichen Spitzenstunden um ca. 2%. Wenn man in Betracht zieht, dass ein LKW durchschnittlich soviel Lärm wie 10 bis 15 PW's verursacht, kann diese Zahl anders interpretiert auch heissen:
Die LKW's tragen während den Hauptverkehrszeiten rund 20% zur gesamten Lärmemission bei !
In den Jahren 1983 bis 1997 hat die tägliche Verkehrsmenge von 4500 auf 6500 Fahrzeuge pro Tag zugenommen.
Das sind rund 40% Mehrverkehr innerhalb von knapp 15 Jahren! So kann es nicht weitergehen...
Die Zunahme - da sind wir überzeugt - geht zu einem grossen Teil auf das Konto Fremdverkehr.
Dies ist derjenige Verkehrsanteil, der nicht aus den unmittelbar angrenzenden Quartieren stammt.
Leider gibt es keine älteren Verkehrsflussanalysen. Aufgrund einer aktuellen (informellen) Studie, durchgeführt von einer
Schulklasse der Kantonsschule, kann für den heutigen Zustand jedenfalls mit einem erheblichen Anteil (mehr als 30%) Fremdverkehr
ausgegangen werden.
Die neuesten Messungen der Stadt bestätigen unsere Vermutung zu 100%!
In den Jahren 1993 bis 1997 sind im Mittel pro Jahr ca. 14 Unfälle polizeilich registriert worden. Dabei zeigt sich, dass die Kreuzung Rychenberg-/Haldenstrasse die grösste absolute Zahl beiträgt. Andere Strassenabschnitte sind nicht signifikant unterschiedlich von Unfällen betroffen. Aufgrund der vorliegenden Zahlen aber ist klar, dass der vordere Teil der Rychenbergstrasse, insbesondere der Abschnitt zwischen Lindspitz und Haldenstrasse, tendenziell häufiger von Unfällen betroffen ist.
Zum Glück gab es in den letzten Jahren keine Todesfälle zu beklagen; immerhin sind im Zeitraum von 1993-1997 17 verletzte
Personen registriert worden.
Für jeden der die Verkehrsverhältnisse auf der Rychenberstrasse kennt, grenzt es an ein Wunder, dass nicht
mehr schwere Unfälle auftraten !
Wir wollen nicht warten, bis es soweit kommt. Deshalb verlangt die IG in diesem Bereich präventive Massnahmen, die geeignet sind, das Risiko von schweren Unfällen zu vermindern.
Die bei den registrierten Unfällen beteiligten Fahrzeuge verteilen sich wie folgt:
124 PW's, 8 LKW's, 6 Velos, 4 Motorräder
Bei einem durchschnittlichen täglichen LKW Anteil von ca 0,7% lässt sich folgendes daraus ableiten:
Die Unfallhäufigkeit von LKW's ist rund 10 Mal höher als von PW's !
Aufgrund dieser Situation erscheint es uns berechtigt, auf der Rychenbergstrasse ein Durchfahrtsverbot von LWK's einzuführen (Petition). Die Zahlen zeigen deutlich, dass diese ein hohes Unfallrisiko verursachen.
Datenerhebungen der Stadt zeigen, dass auf der Höhe der Kantonsschule die höchsten Geschwindigkeiten gefahren werden:
50% aller Fahrzeuge waren dort schneller als mit 50km/h unterwegs. Immerhin noch immer 15 - 20% fuhren gar schneller als 55km/h.
An den anderen Messtellen (Haldengut, Talacker, Geissacker) sind die Ueberschreitungen nicht so gravierend. Immerhin fuhren auch dort noch immer ca. 10% - 15% schneller als 50km/h.
Unser Haltung dazu: Das ist zuviel!.
Bei Geschwindigkeiten über 50km/h ist die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer unter den gegebenen engen Strassenverhältnissen
der Rychenbergstrasse keinesfalls mehr gewährleistet. Deshalb fordern wir eine Temporeduktion (Strategie).
Geschwindigkeit und Fahrzeit:
Durch eine Geschwindigkeitsreduktion von 50km/h auf z.B. 40km/h wird die 'Fahrzeit' durch die gesamte Rychenberstrasse um nur ca.
1 Minute verlängert (5 statt 4 Minuten).
Die durchschnittlichen Wartezeiten (Rotphasen) an einem der angrenzenden Lichtsignale bewegen sich in genau demselben Rahmen (Minuten).
Weil gleichzeitig die Grünphasen sehr viel kürzer sind (z.B. nur 10 Sekunden bei der Einfahrt in die Schaffhauserstrasse),
ist die Chance, durch schnelleres Fahren eine frühere Grünphase zu erreichen insgesamt recht klein.
Der Unterschied z.B. von Tempo 30 zu Tempo 50 in Bezug auf die Verbesserung der Sicherheitssituation ist tatsächlich dramatisch:
Zwei Fahrzeuge, eines fährt mit 30km/h, das andere mit 50km/h, werden durch ein unerwartetes Ereignis (z.B. ein Kind rennt auf die Strasse)
zu einem Nothalt gezwungen. Am Ort wo das erste Fahrzeug still steht (total maximal 15m nach Reaktions- und Bremsweg) fährt das andere noch
immer mit vollem Tempo 50 !
Erst jetzt beginnt der anschliessende Bremsweg des schnelleren Fahrzeuges und beträgt zusätzlich
nochmals 15m (siehe auch hier).
Z.B.: Eine alltägliche Szene an der Einmündung Kirchweg in Oberwinterthur ....
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Ein LKW biegt in die Rychenberstrasse ein. Das Bild zeigt, wie eng die Verhältnisse sind. Für gleichzeitig zirkulierende Velos ist eine derartige Konstellation sehr risikobehaftet. |
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Beim Wegfahren des LKW's wird erst klar, dass die Situation durch parkierte Autos (obwohl praktisch vollständig auf dem Trottoir) noch verschlechtert wird. |
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Erst jetzt kann die Kreuzung mit dem PW stattfinden. Auch für Fussgänger, insbesondere Kinder und Schüler, welche den abgebildeten Uebergang benützen müssen, ist die ganze Situation äusserst unübersichtlich und gefährlich. |
Velofahrer/innen auf der Rychenbergstrasse sind durch den hohen Verkehr und die engen Strassenverhältnisse täglich aufs Neue mit gefährlichen Situationen konfrontiert. Die folgenden typischen Aufnahmen entstanden bei Schulschluss an der Kantonsschule Rychenberg.
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Eine Gruppe von Schüler/innen wartet auf eine Gelegenheit das Schulgelände zu verlassen. Gemäss Verkehrsrichtplan ist die Rychenbergstrasse (auch) eine Veloroute. Davon ist in dieser Sequenz allerdings nicht viel zu sehen. Im Gegenteil ... |
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... das Velofahren wird zum Spiessrutenlauf durch den Autoverkehr ! Wenn zwei normale PW's sich kreuzen bleibt gerade noch Platz für ein Velo. Aber nur wenn es sich nicht bewegt. Sonst wird's kritisch ... |
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... viele Autofahrer fühlen sich nicht genötigt, gebührend Abstand zu halten. Eine kleine Unsicherheit, ein kleiner Schwenker zuviel und es 'tätscht' ! Eine konsequente Geschwindigkeitsreduktion kann das Gefahrenpotential hier erheblich mindern. |
Copyright IG Rychenbergstrasse, Winterthur, 2000