| Samstag, 25. Mai 2002 | ||
| Winterthur KEIN GANG VOR BUNDESGERICHT Planungssicherheit für das Sulzer-Areal Oberi Die Rychenbergstrasse-Anwohner ziehen den Rekurs gegen die Umzonung des Sulzer-Areals nicht vor Bundesgericht. Der Stadtrat verspricht im Gegenzug neue Verhandlungen über eine Verkehrsberuhigung. (ab) Sie befürchteten eine Verkehrszunahme auf der ehemaligen Quartierstrasse am Fuss des Rychenberges und legten Rekurs ein gegen die neue Bau- und Zonenordnung auf dem Sulzer-Areal Oberwinterthur. Dass die Gruppe von Rychenbergstrasse-Anwohnenden damit nicht ganz falsch lag, zeigten Fachgutachten und ein Entscheid der Baurekurskommission. Doch am 21. März 2002 hat das Zürcher Verwaltungsgericht die Rechtmässigkeit der zwischen der Stadtgemeinde Winterthur und dem Sulzer-Konzern abgeschlossenen Vereinbarung über die Entwicklung des Zentrumsgebiets Oberwinterthur und der vom Gemeinderat festgesetzten Einzonungen bestätigt. Den 23 «Gruppe Rychi»- Leuten wäre nur der Gang nach Lausanne geblieben. Sie suchten darauf das Gespräch mit der Stadt und fanden in Bausekretär Fridolin Störi einen Partner, der sich für eine Verhandlungslösung stark machte. Vorgestern Donnerstag fand die letzte Sitzung statt. Gestern konnten die Parteien gemeinsam vermelden: Das Gespenst der Bau- und Investitionsverzögerung auf dem gut 60 Hektaren grossen Areal ist gebannt, der Entscheid des Verwaltungsgerichts akzeptiert. Grundlage für den Neuanfang bietet eine schriftliche, vom Stadtpräsidenten und der Gruppe Rychi unterzeichnete Abmachung, dass über Massnahmen zur Verbesserung von Verkehrssicherheit und Lärmsituation an der Rychenbergstrasse nochmals umfassend verhandelt wird. «Beide Seiten wollen ohne Tabus darangehen», sagt Reto Diener, Sprecher der Gruppe Rychi und Kopräsident der IG Rychenbergstrasse. Das bedeutet, dass die Stadt auch eine Temporeduktion oder eine (temporäre) Unterbindung der Strasse nicht mehr zum Vornherein aus dem Kreis möglicher Massnahmen ausschliesst. Entscheidend für den Einstieg in den Dialog, so Störi, seien zwei Tatsachen gewesen: Die Wohnschutzanliegen entlang der Rychenbergstrasse sind berechtigt, und selbst eine Abfuhr in Lausanne hätte die Rekurrenten nicht daran hindern können, beim ersten Bauprojekt mit Umweltverträglichkeitsprüfung auf dem Areal erneut einzugreifen. Zufrieden ist auch der neue Chef der Sulzer-Immobilien, Martin Schmidli. Weil Rekurrenten und Stadt beide einen Schritt vorwärts getan hätten, sei Sulzer nun zwei Schritte weiter und könne die Vermarktung des Areals vorantreiben. Schmidli hofft insbesondere, dass sich für den nun rechtsgültig bewilligten Baufachmarkt rasch ein Investor fin- det, denn nur wenige Hundert Meter nebenan dreht das Projekt von Migros und Obi noch Warteschlaufen. |