Landbote, 28.8.2001
MOTION ÜBERWIESEN
Rychenbergstrasse abklassieren
Mit 31 Stimmen hat der Gemeinderat gestern eine Motion überwiesen, in welcher der Stadtrat aufgefordert wird, die Rychenbergstrasse als kommunale Strasse aufzuheben. Ziel ist eine Verkehrsberuhigung.
THOMAS PAUL
Die dringend nötige Verkehrsentlastung und -beruhigung auf der Rychenbergstrasse könne nur über die Aufhebung ihrer Klassierung als kommunale Strasse im Richtplan erreicht werden, argumentierten die Motionäre Rolf Weibel (evp), Matthias Gfeller (grüne/DaP) und Hans Ulrich Würgler (sp) namens ihrer Fraktionen. Nachdem bereits in einem Postulat vom Januar 1998 vom Stadtrat verkehrsberuhigende Massnahmen gefordert worden waren und sich Anwohner und Chefbeamte aus Verkehrsplanung, Verkehrspolizei, der Fachstelle für Umweltschutz, den Verkehrsbetrieben in der Arbeitsgruppe Rychenbergstrasse einen Katalog möglicher Massnahmen erarbeitet hätten, habe der Stadtrat an der Schlusssitzung im November vergangenen Jahres alles abgelehnt.
Eine Motion sei vielleicht nicht das richtige Instrument, aber besser als gar keine Massnahme, begründete Gfeller den Schritt. Es brauche jetzt Druck. Auf die Realisierung einer Südumfahrung der Stadt zu warten, wie sie Markus Hutter (fdp) ins Spiel brachte, lehnte Gfeller ab. Ein Vergleich mit der noch stärker befahrenen Wülflingerstrasse hinke, weil die Rychenbergstrasse keine Einfallachse sei. Es gelte schliesslich, die Wohnqualität am Rychenberg zu erhalten, während sich die Wohnstrukturen in Wülflingen wegen des Strassenverkehrs schon vor Jahren verändert hätten. Als letztes Mittel komme nur eine Sperrung der Rychenbergstrasse in Frage. Im Departement Sicherheit und Umwelt existierten längst verschiedene Lösungsvorschläge. «Sie werden aber nicht umgesetzt», stellte Gfeller fest. «Wir fordern Tempo 30 auf der Rychenbergstrasse», sagte Würgler im Namen der SP-Fraktion; sonst bleibe nur die Sperrung.
Gegen eine Abklassierung äusserte sich Michael Künzle; seine CVP-Fraktion sei sich aber in dieser Frage nicht einig. Massnahmen gegen Lärm und ein Verbot von Lastwagen auf der Rychenbergstrasse seien notwendig, Tempo 30 hingegen nicht.
Warten auf eine Südumfahrung?
«Mit einer Umklassierung kann das Problem nicht gelöst werden», meinte Hutter. Die Motion bewirke lediglich, dass der Verkehr von der Tangente Rychenbergstrasse näher in die Innen-stadt oder in andere Quartiere verlagert würde. Sobald eine Südumfahrung verwirklicht sei, werde sich der Verkehr auf der wichtigen Sammel- und Verbindungsstrasse zwischen Veltheim und Oberwinterthur beruhigen. Das Besondere an der Rychenbergstrasse sei, dass sie am Rande eines Wohngebietes liege. Gegen die Motion sprach sich auch Wer-ner Steiner für die SVP-Fraktion aus.