Landbote, Donnerstag, 31. Mai 2001
 

Winterthur

ZONENPLAN

Noch 22 Fälle sind hängig

Die Zentrumszone Oberwinterthur und die neben dem Lindengut geplante Überbauung sind noch nicht abgesegnet.

(ab)

Der Regierungsrat hat zwar die neue Winterthurer Bau- und Zonenordnung (BZO) in Kraft gesetzt, doch noch sind in Detailfragen 22 Rekurse hängig. Soeben hat Baupolizeichef Fridolin Störi die letzten Stellungnahmen der Stadt an die Baurekurskommission abgeschickt. «Selbstverständlich haben wir in allen Fällen die Position von Stadtrat und Parlament verteidigt, und ich bin guten Mutes, dass wir damit auch durchkommen», zeigt sich Störi optimistisch. Am meisten Kopfzerbrechen macht dem Baujuristen der Rekurs gegen die Festlegung der Zentrumszone Oberwinterthur auf dem Sulzer-Areal. Anwohner der Rychenbergstrasse befürchten eine unzumutbare Verkehrszunahme, wenn das grosse Areal nicht rasch anderweitig erschlossen werden kann. Man sei mit Sulzer in der «Schlussphase» beim Erstellen des Rahmenplanes, sagt Störi und hofft, der Rekurs werde die Neunutzung des Areals nicht verzögern.

Balkone oder Denkmalschutz?
Die Zähne ausbeissen dürften sich die Juristen am Einwand der Heimatschutzgesellschaft, die sich gegen die neu zulässigen Balkone in der Altstadt und in den übrigen Kernzonen wehrt. Der Entscheid zu Gunsten von mehr Wohnlichkeit erzwinge sicher gewisse Abstriche beim Denkmalschutz, räumt Störi ein, unterstützt aber auch hier die Interessenabwägung, wie sie Volk und Parlament vorgenommen haben.
Gerade drei Rekurse liegen gegen die Aufzonierung des Fehlmann-Areals neben dem Lindengut vor, wo die Winterthur-Versicherung eine Überbauung mit modernen Stadtvillen plant. Diese Verfahren liegen jedoch zurzeit auf Eis, weil die Rekurrenten eine vom Bezirksrat abgewiesene gemeinderechtliche Beschwerde vor den Regierungsrat gezogen haben. Um Quartiererhaltung und Denkmalschutz gestritten wird sodann im Dreieck Theater-/Lindstrasse, wo drei Jugendstilvillen in einer Quartiererhaltungszone stehen, die Grundeigentümer aber eine höhere Ausnutzung fordern. Und schliesslich wehren sich Landbesitzer in Wülflingen gegen die neue Erholungszone neben der Brühlgut-Überbauung Wyden.
Die restlichen Rekurse beurteilt Störi bezogen auf die ganze Stadt als «Kleinigkeiten».