Neue Zürcher Zeitung ZÜRICH UND REGION Freitag, 21.01.2000 Nr.17   47

Kreisel für Winterthurer Rychenbergstrasse

Einjähriger Versuch auf unfallträchtiger Kreuzung

em. Auf der unfallträchtigen Kreuzung Rychenbergstrasse/Haldenstrasse in Winterthur wird ab diesem Frühjahr ein einjähriger Verkehrsversuch mit einem provisorischen Kreisel durchgeführt. Wie der Stadtrat mitteilt, sollen mit der Massnahme Erfahrungen gesammelt werden. Nach einem Jahr wird man den Versuch auswerten und über das weitere Vorgehen entscheiden. Im Rahmen des Versuchs werden des weiteren auf der Rychenbergstrasse im Abschnitt zwischen Lindspitz und Haldenstrasse versetzt angeordnete Parkplätze markiert. Nach Auskunft von Stadtrat Hans Hollenstein, Vorsteher des Departementes Sicherheit und Umwelt, erhoffen sich die Behörden von den beiden Massnahmen eine Entschärfung des Unfallschwerpunktes sowie eine Verkehrsberuhigung auf der Rychenbergstrasse.

Die Verkehrsverhältnisse auf der rund drei Kilometer langen und relativ schmalen Quartierstrasse zwischen Oberwinterthur und Veltheim beschäftigen die Behörden seit langem. Anwohner der von täglich rund 6500 Motorfahrzeugen befahrenen Strasse beklagen sich vor allem über den starken und weiter zunehmenden Durchgangsverkehr. Die Anfang des vergangenen Jahres von einer Interessengemeinschaft in einer Petition geforderte Einführung von Tempo 40 lehnte der Stadtrat ab. Er verweist darauf, dass es sich bei der Rychenbergstrasse um eine wichtige Verbindungsstrasse handelt, deren Verkehr nicht einfach auf andere Strassen verlagert werden kann. Neben der niedrigeren Geschwindigkeitslimite hatten die rund 1800 Petitionäre ein Lastwagenfahrverbot für den Durchgangsverkehr, einen lärmarmen Fahrbahnbelag sowie Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer gefordert.

Bereits 1997 hatte die EVP in einer Petition Verkehrsberuhigungsmassnahmen verlangt. In seiner Beantwortung räumte der Stadtrat ein, dass die Wohnqualität im Nahbereich der Strasse beeinträchtigt ist und die Immissionen die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung zum Teil überschreiten. Im vergangenen Jahr setzte er eine Arbeitsgruppe ein, die Massnahmen zur Verbesserung der Situation ausarbeiten soll. Laut Hollenstein sind die beiden jetzt vorgesehenen Massnahmen das erste Ergebnis dieser Arbeiten; weitere sollen folgen. Vom Einbau eines lärmarmen Belags verspricht sich die Behörde dagegen nicht viel. Statt dessen forderte sie die Automobilisten im vergangenen Jahr mit einer Plakataktion an der Rychenbergstrasse zu einer lärmarmen Fahrweise auf. Ob die Aktion «Flüsterstrasse» zu einer Lärmverminderung geführt hat, kann Hollenstein nicht sagen. Er macht geltend, dass solche Verhaltensänderungen Zeit brauchen.

Der Anteil der Lastwagen am gesamten Verkehr auf der Rychenbergstrasse ist gemäss früher vorgenommenen Messungen gering. Detaillierte Untersuchungen sollen später vorgenommen werden. Im Gegensatz zu den Anwohnern glaubt der Polizeivorstand nicht, dass die Rychenbergstrasse von Lastwagenfahrern als Ausweichroute benützt wird. Er weist darauf hin, dass sich die Strasse schlecht für diese Fahrzeuge eignet.